Brechtmann Rechtsanwälte
03.02.2009

Schadenersatzanspruch gegen Bank bei fehlerhafter Beratung

In einem aktuellen Urteil des AG Leipzig (Urteil vom 10.11.2008 – 115 C 3759/08) wurde die „Bond“-Rechtsprechung (NJW 1993, 2422) des BGH zur Haftung der beratenden Bank bei Verletzung von Aufklärungs- und Beratungspflichten bestätigt. Danach ist der Kunde von seinem Anlageberater im Rahmen des Beratungsvertrages sowohl anlage- als auch objektgerecht zu beraten. Das heißt der Berater muss entsprechend dem Wissenstandes des Kunden dessen Anlageziele ermitteln und darf dem Kunden nur diesem Ziel entsprechende Anlageprodukte vorschlagen. Dem Anleger sind zudem die Eigenschaften, Mechanismen und Risiken des empfohlenen Produkts vollständig, richtig und für diesen verständlich zu erklären. Der Umfang der Aufklärung und Beratung hat sich nach den konkreten Umständen des Einzelfalls zu richten (Kölner Kommentar zum WpHG, 2007, § 31 Rn 256). Maßgeblich ist insbesondere der Umfang des Geschäfts sowie der Wissensstand des Kunden.

Im Rahmen der anlegergerechten Beratung hat durch den Berater eine umfangreiche Befragung des Kunden zum Anlageziel, seinem Wissenstand zum Anlageprodukt sowie seinen persönlichen wirtschaftlichen Verhältnissen zu erfolgen. Vom Berater sind nur diesen Umständen entsprechende Anlageprodukte zu ermitteln und vorzuschlagen. 

Im Rahmen der objektbezogen Beratung ist der Kunde über die Eigenschaften und speziell über die Risiken des angebotenen Anlageprodukts aufzuklären. Dem Kunden ist außerdem ausreichend Zeit zu geben sich über das Produkt zu informieren und seine Anlageentscheidung zu überdenken.

Verstößt der Berater gegen diese Aufklärungs- oder Beratungspflichten, dann hat der geschädigte Kunde Anspruch auf Schadenersatz.